Muster einspruch est bescheid

Falls das Finanzamt nicht alle Positionen in Ihrer Steuererklärung berücksichtigt hat, können Sie sich dagegen wehren, indem Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen. Auch vergessene Angaben und Unterlagen können Sie nachliefern, sofern Sie innerhalb eines Monats handeln. Der Einspruch an sich hat keine aufschiebende Wirkung. Das bedeutet: Das Finanzamt muss den angefochtenen Steuerbescheid vollziehen und die festgesetzte Steuer einfordern. Für Sie heißt das: Die Steuer ist fällig und Sie müssen sie zahlen. Nur wenn Sie eine „Aussetzung der Vollziehung“ (AdV) beantragen, hemmen Sie Ihre sofortige Zahlungspflicht. Falls das Musterverfahren positiv für Steuerzahler ausgeht, kann das Finanzamt Ihren Steuerbescheid später noch zu Ihren Gunsten ändern, ohne dass Sie extra Einspruch einlegen müssten. In diesen Fällen können Sie einfach abwarten und sich freuen, wenn es eventuell Jahre später eine Steuererstattung gibt. Dann können sogar stattliche Zinsen vom Finanzamt dazukommen. Wenn Sie den Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen beansprucht haben, lohnt sich der Blick auf Seite 2 des Steuerbescheids. Den Abzugsposten finden Sie in der Regel unter „Berechnung der Einkommensteuer“. Das Finanzamt muss bei einem Einspruch den gesamten Bescheid überprüfen. Es kann Ihren Steuerbescheid aufgrund Ihres Einspruchs auch zu Ihrem Nachteil ändern („Verböserung“).

Allerdings muss es Sie auf die Möglichkeit einer verbösernden Entscheidung hinweisen, dafür Gründe angeben und Ihnen die Chance geben, sich dazu zu äußern. Ergibt die Prüfung Ihres Steuerbescheids, dass Sie benachteiligt worden sind, sollten Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen. Ein Grund für einen Einspruch kann aber auch sein, dass Sie selbst etwas vergessen oder falsch gemacht haben. Dafür würde allerdings in vielen Fällen eine „schlichte Änderung“ statt eines Einspruchs genügen (§ 347 AO). Unter „Erläuterungen“ gibt das Finanzamt unter anderem sogenannte Vorläufigkeitsvermerke an. Das liegt daran, dass es im Steuerrecht immer offene Fragen gibt, zu denen Musterverfahren vor einem obersten Gericht (zum Beispiel Bundesverfassungsgericht, Bundesfinanzhof, Europäischer Gerichtshof) anhängig sind. So will der Fiskus vermeiden, dass massenhaft Einsprüche eingelegt werden. Das Finanzamt erlässt Ihren Steuerbescheid dann in diesen Punkten nur vorläufig. G: Ablehnungsgründe plausibel? Unter dem Punkt „Erläuterung zur Festsetzung“ nennt das Finanzamt bei Evas Steuerbescheid auf Seite vier die Gründe, warum welche Ausgaben oder Pauschbeträge nicht berücksichtigt sind.

Achten Sie darauf, ob die Angaben nachvollziehbar und rechtmäßig sind. Vergleichen Sie den Steuerbescheid mit denen aus den Vorjahren. Ist auf Seite eins Ihres Bescheids ein Vorläufigkeitsvermerk, dann finden Sie an dieser Stelle auch den Grund dafür. Läuft ein Musterprozess beim Bundesfinanzhof, dessen Ausgang auch Sie betrifft, sollten Sie mit Verweis auf das Verfahren gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen. Gleichzeitig können Sie beim Finanzamt bis zur Entscheidung des Bundesfinanzhofs einen Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen. In diesem Fall hören Sie zu dem Einspruch erst wieder etwas, wenn das Urteil gefällt wurde. Wie bei allen Einsprüchen gilt auch hier: Durch das Einlegen eines Einspruchs gegen einen Steuerbescheid entstehen Ihnen keine Kosten.